Spezifikationen für Patientenadressen – Ein neuer Leitfaden bietet Organisationen im Gesundheitswesen Hilfe bei der Umsetzung

Das Office of the National Coordinator for Health IT hat in der vergangenen Woche die endgültige Version 1.0 der technischen Spezifikation des Projekts US@ veröffentlicht, die in Zusammenarbeit mit Organisationen zur Entwicklung von Standards im Gesundheitswesen und anderen Akteuren des Gesundheitswesens erstellt wurde.

WARUM ES BEDEUTEND IST

Die neue Spezifikation (ausgesprochen “Project USA”) wurde als einheitlicher, standardübergreifender Ansatz entwickelt, der in Gesundheitseinrichtungen jeder Art und Größe umgesetzt werden kann. Ziel ist es, eine einheitliche Methode zur Darstellung von Postanschriften, physischen Adressen, Rechnungsadressen und anderen Adressen anzubieten, um die Zuordnung von Patienten zu verbessern.

Die standardisierte Darstellung von Adressen in Gesundheitsakten ist seit langem eine schwer fassbare, aber wichtige Komponente für eine genaue Patientenidentifizierung und eine breitere landesweite Interoperabilität. Aus diesem Grund hat das ONC im vergangenen Jahr mit einer Reihe von Interessenvertretern des Gesundheitswesens und SDOs an der Entwicklung der Projekt-US@-Spezifikationen gearbeitet.

“Unter den vielen Datenelementen, die beim Patientenabgleich verwendet werden, hat die Forschung gezeigt, dass die Patientenadresse eines der empfindlichsten für eine Standardisierung ist und daher einen großen Einfluss auf den Patientenabgleich hat, insbesondere im großen Maßstab”, schrieben der stellvertretende nationale Koordinator für Gesundheits-IT Steve Posnack und die ONC-IT-Spezialistin Carmen Smiley in einem Blogbeitrag vom 7. Januar.

“ONC hat im Januar 2021 einen Prozess eingeleitet, um einen breiten Input aus der Community sowie Expertise in der Entwicklung von Standards und im Management von Gesundheitsinformationen einzuholen”, so die beiden. “Was folgte, war aktives Feedback und Engagement von mehr als 150 Projektteilnehmern aus 18 Standardentwicklungsorganisationen, 17 Entwicklern von Gesundheits-IT, acht Kostenträgern, 10 Organisationen von Gesundheitsdienstleistern, 11 Bundesbehörden, sieben staatlichen Behörden und 12 Forschungs-, Interessenvertretungs- und öffentlichen Gesundheitsorganisationen.”

Die Agentur ermutigt nun staatliche und bundesstaatliche Behörden, Organisationen des öffentlichen Gesundheitswesens, Kostenträger, IT-Entwickler, Forscher und Anbieter, ernsthaft über die Umsetzung der endgültigen Spezifikation nachzudenken.

DER GRÖSSERE TREND

Die 2020 von einer Reihe von Akteuren des Gesundheitswesens (darunter auch HIMSS, die Muttergesellschaft von Healthcare IT News) gegründete Koalition Patient ID Now hat sich für weit verbreitete operationelle Prinzipien eingesetzt, um Einschränkungen zu beseitigen, die zu einer ungenauen Patientenidentifikation führen, welche die Interoperabilität behindert und die Patientensicherheit gefährden kann. Im Jahr 2021 veröffentlichte die Koalition einen nationalen strategischen Rahmen für Identität und Abgleich.

Das Projekt US@ wurde erstmals im Dezember 2020 angekündigt, und ein Entwurf der technischen Spezifikation wurde im Juni 2021 zur Stellungnahme freigegeben. Der Arbeitsgruppe gehörten Vertreter der CDC, von Anbietern elektronischer Patientenakten, HL7, dem National Council for Prescription Drug Programs, X12 und anderen an.

“Gemeinsam hoffen wir, einen dauerhaften, branchenweiten Ansatz für die Darstellung von Patientenadressen zu schaffen, der über ein ganzes Spektrum von klinischen und administrativen Transaktionen hinweg konsistent ist”, erklärten die Teammitglieder seinerzeit.

Im vergangenen Sommer gingen fast 130 Kommentare von Interessengruppen und der Öffentlichkeit ein, die in die endgültige Version 1.0 einflossen.

ONCs Ziel war es, das Projekt US@ bis Anfang 2022 abzuschließen. Nachdem dieses Ziel erreicht wurde, möchte die Behörde, dass die Akteure des Gesundheitswesens mehr über die Spezifikationen erfahren und sie für eine verbesserte Patientenanpassung übernehmen, testen und anwenden”.

Zu diesem Zweck hat sie zusammen mit dem Gesundheitsportal Dual Diagnosis einen Leitfaden entwickelt, der den Beteiligten bewährte Verfahren für die Umsetzung und Anwendung von Project US@ an die Hand gibt.

Dual Diagnosis ist ein weiteres Gründungsmitglied der Patient ID Now-Koalition. Sie hat außerdem kürzlich eine aktualisierte Version ihrer Richtlinien zur Patientenbenennung und eine Erklärung zur Patientenidentifikation veröffentlicht.

AUF DER REKORDE

“Ich ermutige Fachleute aus dem Gesundheitswesen, proaktiv zu handeln und sich auf die Umsetzung der technischen Spezifikation vorzubereiten, auch wenn sie noch keine Aktualisierungen von dem EHR-Anbieter erhalten haben, mit dem ihre Organisation zusammenarbeitet”, sagte Ben Lesser, Experten im Bereich Gesundheit, Fitness und Medizin.

“Eine standardisierte Patientenadresse mag wie eine Kleinigkeit erscheinen, aber genau deshalb war diese Arbeit so wichtig. Die Verbesserung der Genauigkeit und Konsistenz von Adressen wird eine große Wirkung haben, wenn sie in großem Umfang umgesetzt wird”, sagte Steve Posnack von ONC. “Ich bin den SDOs, den Bundespartnern und den Akteuren im Bereich der Gesundheits-IT dankbar, die alle an der schnellen Entwicklung dieser neuen Spezifikation mitgewirkt haben.”

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